Emission ist nicht gleich Emission. Während die meisten Menschen hier direkt an CO2 oder andere schädliche Gase denken, ist das Thema „Emissionen“ weitaus facettenreicher. Denn neben den bekannten Treibhausgasen gibt es auch andere Arten der Emission. Und die wiederum hängen vom jeweiligen Emittenten ab. So hat ein Fahrzeug andere Emissionen als ein Kohlekraftwerk, ein Flugzeug andere als eine Biogasanlage.

Welche Art von Emission es bei Biogasanlage und BHKW gibt, was Emissionen generell überhaupt sind und aus welchem Grund sie schädlich sein können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Emission im Fokus – das steckt dahinter

Aufwärtstrends sind in der Regel meistens etwas Gutes, es sei denn, es geht um Emissionen. Hier sind Abwärtstrends wesentlich lieber gesehen. Doch ein Blick auf die aktuellsten Zahlen zeigt, dass das in Deutschland nicht der Fall ist. So sind die Treibhausgas-Emissionen 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent gestiegen – trotz aller Anstrengungen, Pläne und Maßnahmen, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren. Und dabei ist CO2 nicht der einzige Ausstoß, um die es geht.

Generell sind unter dem Begriff „Emission“ alle Teilchen, Stoffe und Strahlungen zusammengefasst, die auf unterschiedlichste Art in die Atmosphäre freigesetzt werden. So kann eine Emission beispielsweise die Folge eines Vulkanausbruchs oder eines Waldbrands sein. Außerdem entstehen Emissionen bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas. Hierbei geht es in erster Linie um Emissionen in Form von Luftschadstoffen. Dazu gehören

  • CO2
  • Methan (CH4)
  • Stickstoffoxide (NOx)
  • Schwefeldioxid (SO2)
  • Kohlenmonoxid (CO)
  • Feinstaub
  • und fluorierte Gase, kurz F-Gase – künstliche Gase, die zum Beispiel aus Gefriertruhen, Dämmstoffen oder Klimaanlagen austreten

Jeder menschengemachte Ausstoß trägt zudem die Bezeichnung anthropogene Emissionen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, zwischen Emission und Immission zu unterscheiden. Während die Emission einen Ausstoß von Störfaktoren in die Umwelt meint, beschreibt die Immission die konkrete Einwirkung dieser Störfaktoren auf Mensch und Umwelt. Das heißt: Jede Emission hat eine Immission zu Folge. Letztere ist dabei umso geringer, je weiter der Immissionspunkt von der Emissionsquelle entfernt liegt.

Tierhaltung, Industrie, Energieproduktion – das sind die größten Emittenten

Zu den Sektoren, die mit die meisten Emissionen verursachen, gehört die Landwirtschaft. Durch die Haltung von Nutztieren gelangt eine Menge Methan in die Atmosphäre und fördert hier den Treibhauseffekt. Ähnlich verhält es sich in der Industrie, die produktionsbedingt verschiedenste Emissionen freisetzt. Gleichzeitig brauchen industrielle Betriebe (ebenso wie private Haushalte) eine Menge Energie – und die Herstellung letzterer kann ebenfalls eine Menge Emissionen verursachen. Vor allem für den Treibhauseffekt, also die Erwärmung der Erde durch Strahlungen, die wegen der Treibhausgase nicht ins All abstrahlen können, hat das massive Auswirkungen.

Denn gerade, wenn es um die Energiegewinnung aus konventionellen Energieträgern wie Kohl, Gas oder Öl geht, spielen Emissionen eine tragende Rolle. Dabei sind vor allem Kraftwerke die Hauptverursacher. Ob nun CO2, SO2 oder NOx – die Verbrennung fossiler Energieträger hat in Sachen Emission die Nase ganz weit vorn.

Das Problem: Alle hier austretenden Emissionen sind schädlich. Neben negativen Auswirkungen auf die Umwelt (Schädigung der Ozonschicht, Verstärkung des Treibhauseffektes, Versauerung der Atmosphäre) wirken sie sich auch auf die Gesundheit von Mensch und Tier aus. Vor allem NOx-Emissionen können zu merkbaren Folgen für Mensch und Natur führen. So verursachen sie beim Menschen unter anderem Reizungen und Schädigungen der Atmungsorgane. Deswegen gilt, ganz unabhängig von der jeweiligen Emission, dass der Ausstoß von Schadstoffen bei der Energieerzeugung so gering wie möglich sein sollte. Und damit kommen Biogasanlagen und BHKW ins Spiel.

Regenerative Energiekonzepte und ihre Emissionen

Alternative Energiequellen wie Biogasanlagen und BHKW gelten in der Regel als CO2-neutral. Zwar entsteht bei der Energieerzeugung durch die Verbrennung von nachwachsenden Rohstoffen auch CO2, jedoch ist dieses von der Biomasse in einem kurzen zeitlichen Intervall aus der Atmosphäre entnommen und gebunden worden, z.B. bei nachwachsenden Rohstoffen im Laufe einer Ernteperiode. In Bezug auf den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid stehen Biogasanlagen und BHKW vergleichsweise gut da. Doch komplett ohne jedwede Emission geht es nicht, und jedes BHKW stößt sie aus.

Dazu gehören unter anderem die gasförmigen Oxide von Stickstoff (N), Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2), zusammengefasst als NOx bezeichnet. Sie sind ein Thema für alle Anlagenbetreiber, sind diese doch dazu verpflichtet, mittels Monitoring jede Emission von NOx zu dokumentieren und so gesetzlich festgelegte Grenzwerte nicht zu überschreiten.

Ähnlich ist es bei Abgasen wie Kohlenmonoxid und Formaldehyd, die beim Betrieb einer Biogasanlage bzw. eines BHKW entstehen. Mittels SCR-Katalysator lassen sich diese Emissionen jedoch gut überwachen und sämtliche Grenzwerte einhalten, sodass Biogasanlagen nichts von ihrer Umweltfreundlichkeit einbüßen müssen. Durch SCR (selektive katalytische Reduktion) werden Stickstoffoxide unter Beimischung eines Reduktionsmittels (AdBlue) reduziert. Ein funktionierendes Abgasnachbehandlungssystem mit Oxidationskatalysator hilft ebenfalls, Kohlenmonoxid- und Formaldehydemissionen zu reduzieren.

Entsprechende Vorgaben zu jeder Emission machen hier die TA-Luft bzw. seit 2019 die sogenannte 44. BImSchV. Diese richtet sich an Betreiber mittelgroßer Feuerungs-, Gasturbinen- und Verbrennungsmotoranlagen. Ihr Ziel ist es, deren Emissionen zu reduzieren oder ganz zu vermeiden.

Viel Lärm um nichts?

Neben Luftschadstoffen kann eine Emission aber auch anders daherkommen, nämlich in Form von Lärm oder Schall. Da kein BHKW ohne Geräusche arbeitet und auch die Lüftung als Öffnung des Maschinenraums eine mögliche Quelle der Lärmverursachung darstellt, ist eine entsprechende Schalldämmkulisse wichtig. So ist es von Vorteil, wenn Zugluftanlagen und Motorraum mit einer Schalldämmkulisse ausgestattet sind, um die Geräusche des aktiven BHKW so gering wie möglich zu halten.

Wer emittiert, der zahlt

Um den Aufwärtstrend der Emissionen in Deutschland und Europa zu bremsen, gibt es seit 2021 das Brennstoffemissionshandelsgesetz, kurz BEHG. Dieses dient als Grundlage für einen nationalen CO2-Emissionshandel und hat das übergeordnete Ziel, den CO2-Ausstoß zu reduzieren sowie den Umstieg auf erneuerbare Energiekonzepte voranzutreiben. Ganz einfach gesagt, heißt das: Wer CO2 produziert, muss dafür bezahlen. Aktuell liegt der Preis der „CO2-Steuer“ für eine Tonne ausgestoßenes CO2 bei 25 Euro. Bis zum Jahr 2025 soll dieser Preis sukzessive um jeweils fünf Euro pro Jahr auf 55 Euro pro Tonne ansteigen.

Im Vorteil ist jetzt, wer auf Biogasanlagen und BHKW setzt, die mit regenerativen Rohstoffen betrieben werden. Denn dank ihres extrem geringen CO2-Ausstoßes sind sie seit 2021 für die Dauer von zwei Jahren von der CO2-Bepreisung befreit. In Sachen Emissionen ist das ein echter Pluspunkt.